Wegen der fortschreitenden Übernutzung der Nordsee, der Zerstörung einzigartiger Lebensräume und der Störung der Nordseefauna durch eingeschleppte Arten
fordere ich die verantwortlichen europäischen Regierungen zu folgenden Massnahmen auf:

1.) Alle 7 Jahre darf in der gesamten Nordsee während eines ganzen Jahres keine kommerzielle Fischerei mehr betrieben werden, damit sich die stark übernutzten
Bestände wieder erholen können; die Fischer sind entsprechend von der EU zu entschädigen. Das Geld für diese Massnahme kann durch Einsparungen in der
überbordenden Bürokratie problemlos aufgebracht werden.

2.) Alle kommerziellen Muschelfarmen oder sonstigen Aquakulturbetreiber, die pazifische Riesenaustern oder sonstige Arten züchten, die nicht in die Nordsee gehören
und deren Entkommen in das Meer nicht verhindern können oder wollen, sollen eine Abgabe zahlen, die dafür verwendet werden soll, die durch die Neozooen
entstandenen Ökoschäden wieder einzudämmen.

3.) Insbesondere der holländischen "Krabbenmafia" einer ganz bestimmten Firma sollte endlich einmal das Handwerk gelegt werden: Es dürfen künftig keine Krabben
mehr zum Pulen in Billiglohnländer geschafft werden. Erstens leidet die Qualität des Krabbenfleisches und zweitens belasten die unnötigen Transporte die Umwelt.

4.) Es darf in der gesamten Nordsee künftig keine Stellnetzfischerei mehr geben. Die vielen Meeressäuger, die darin verenden, sind nicht mehr vertretbar. Der Erhalt
von einzigartigen Spezies muss Vorrang haben vor den kommerziellen Interessen der Stellnetzfischer.

5.) Keine Ausbeutung der Tiefwasserfauna der Nordsee. Die Tiefseearten reproduzieren sich für eine nachhaltige Nutzung viel zu langsam.

6.) Sofortige Einstellung aller Landgewinnungsmassnahmen an den Küsten der Nordsee. Die Veränderung von Küstenprofilen zieht nicht nur Nachteile für die Fauna und
Flora nach sich, sondern kann unter Umständen auch die Menschen selbst gefährden.

7.) Ein generelles Fangverbot für Fabrikschiffe europäischer und außereuropäischer Länder in der gesamten Nordsee vom Ärmelkanal bis zu den Färöern. Die
Missachtung des Verbots sollte mit der Versenkung dieser Schiffe durch unsere Marine geahndet werden. Das gleiche Schicksal sollten auch Öl- und
Dünnsäureverklapper erleiden.

8.) Eine sofortige Ächtung aller Antifoulingmittel (auch für Schiffe aus Übersee) - es ist schlimm genug, dass die Wellhornschnecke Buccinum undatum, die eigentlich die
häufigste Raubschnecke der Nordsee sein sollte, in Teilen der Nordsee bereits ausgestorben ist!

9.) Kein Walfang und keine kommerzielle Nutzung von Walen in irgendeiner Art. Es ist traurig genug, dass die Großwale wahrscheinlich bereits innerhalb der nächsten
200 bis 300 Jahre ausgestorben sein werden.

10.) Sofortiger Stop aller Abwassereinleitungen - die Folgen sind hinreichend bekannt.

Es ließen sich noch einige Forderungen mehr aufstellen, doch scheinen dies die dringlichsten zu sein. Leider ist kaum damit zu rechnen, dass Politiker, die von den
entsprechenden Industriekonzernen bezahlt werden, irgend etwas am Status Quo ändern werden...