Wenn Krebstiere reden könnten - Nordseefauna2016

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Wenn Krebstiere reden könnten




Wenn Krebstiere reden könnten...

Ich bin ein echter Immigrant aus Nordwestafrika, und ich nutze den warmen Golfstrom, um in die südliche Nordsee zu gelangen. Ich bin die Ovale Schwimmkrabbe (Portumnus latipes), und ich mache gerne Paarungsurlaub in der Nordsee. Man könnte das durchaus als Sextourismus bezeichnen, why not? Unsere Weibchen kommen bereits im März oder April in der südlichen Nordsee an, vor allem bei den ostfriesischen Inseln, deren schillreiche Sandböden wir besonders lieben. Und im Sommer kommen dann die männlichen Freier nach. Bitte, liebe Menschen, bitte macht das Meerwasser noch wärmer! Denn dann haben wir noch mehr Lebensraum im Norden, einfach wunderbar wäre das! Bitte weiter so viel Autofahren und Flugreisen, bitte weiter so viel mit Erdgas (Methan) heizen! Ich bin dafür sehr dankbar!   

Moin! Ich bin die freche Äsopgarnele (Pandalus borealis). Die meisten Leute kennen mich gar nicht; auch die Krabbenfischer wissen oft gar nichts über mich! Dabei bin ich noch nicht mal selten, doch ist es eine meiner Kerntugenden, die mich in der südlichen Nordsee immer seltener macht, zumindest in warmen Jahren. Denn für mich gilt der Slogan: "Some like it cold!" Wird das Wasser wärmer als 14° Celsius, verschwinde ich in der Tiefe. Da, wo kein Krabbenfangnetz mehr hinkommt. Deshalb kann man mich auch als Orakel für das Wetter gebrauchen. Denn werde ich nicht mehr mitgefangen, ist der Sommer da. Werde ich gefangen, hat der Winter begonnen. Und werde ich eines warmen Tages gar nicht mehr gefangen, sind alle Klimaschutzbemühungen der Menschen endgültig gescheitert...

Moin, ich bin eine fesche Blaukrabbe (Callinectes sapidus). Vor meinen Scherenfingern sollte man sich in acht nehmen, denn wenn man mich ärgert, kneife ich gleich bis aufs Blut! Eigentlich bin ich ein Bandit, der sich mithilfe von Schiffen quer über den Atlantik von der Ostküste der USA in die Nordsee und stellenweise auch bis ins Mittelmeer eingeschlichen hat. Ich überfalle alles, was irgendwie fressbar ist, doch schlagen wir dabei meist schwarmweise zu. Wahrscheinlich diente dieses Verhalten auch dem amerikanischen Raubtierkapitalismus als natürliches Vorbild, wer weiß? Selbstverständlich sind wir aber manchmal auch nützlich: Denn wir recyceln auch ertrunkene Seeleute und führen ihre traurigen Überreste so wieder dem natürlichen Kreislauf zu... Business as usual!

 
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